Dienstag, 7. Juli 2009

Besuch beim Sozialberater

So, der Besuch beim Herrn Besta war anders als erwartet aber sehr hilfreich!
Er hat sich von mir schildern lassen was mit meiner Ma ist, wie sie den Tag verbringt und was sie so macht.

Er hat mich darin bestärkt, dass meine Abschottung und das "Mich-Retten" richtig ist. Seiner Meinung nach hat meine Ma den Punkt an dem sie das Elend noch erkennen und somit den Willen zur Umkehr aufbingen konnte lange hinter sich gelassen. Somit ist keine Aussicht auf Besserung mehr vorhanden. Für Leute die wollten gäbe es auch im Alter eine Menge Hilfe, aber wenn der Trinkende nicht will (weil er sein Elend nicht erkennt) so kann man nichts tun.

Die weitere Vorgehensweise ist nun folgende:
Er versucht einen Termin für einen Hausbesuch durch Frau Dr. Berg zu bekommen und teilt mir diesen dann mit.

Und die Klinik stellt einen Antrag auf Betreuung (was übrigens jeder inklusive Nachbarn tun kann). Sie untermauern das ganze mit einem Attest von Frau Dr. Berg. Darauf hin kommt dann ein Gutachter vom Amtsgericht (meist ein Psychater). Der spricht mit meiner Ma. Ich soll und werde sie nicht auf diesen Besuch vorbereiten weil sie sonst es eventuell schaft diesen Gutachter zu blenden.

Wenn meine Ma sich so präsentiert wie ich es erwarte wird ein professioneller Betreuer bestimmt der dann eine weitreichende Fürsorge übernimmt: Finanzielle, rechtliche, postalische und gesundheitliche Fürsorge.

Somit kann ich mich hinstellen und immer sagen: Die Klinik bzw. der Betreuer war es.

Das Ganze wird allerdings ein paar Wochen dauern.

Die aktuelle Trinkpause meiner Ma kann seiner Erfahrung nach Wochen oder sogar Monate dauern, aber der Wiedereinstieg erfolgt auf dem Level auf dem sie aufgehört hat. Eine "Heilung" ist fast ausgeschlossen!

Im Ganzen hat er mich aber in meinen Entscheidungen (nicht Eifel und ein gewisses Maß an Distanz) bestätigt. Und er hat mir mehrfach gesagt das es keinen Sinn macht sich Vorwürfe zu machen. Hilfreich fand ich auch, als er sagte: Auch wenn man die richtige Entscheidung trifft kommt nicht automatisch ein gutes Gefühl - man kann es aber lernen. Er fragte auch wie ich es weg stecke. Darauf meinte ich halbwegs gut.

So, nun hoffe ich nur das das alles nicht zu lange dauert und meine Ma es nicht schafft den Gutachter zu blenden. Aber nach meinen Erfahrungen beim Besuch bei Dr. Berg bin ich da optimistisch das sie es nicht schaft.

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