Ich war noch da als der Tablettendienst kam und alles lief gut.
Ich war froh und aufgeladen als ich sie verließ.
Samstag dann das erste Warnzeichen: Sie rief an und fragte wo das Bier wäre. Kristina hatte ihr einen Six-Pack gekauft und ich ihr noch zwei Flaschen mit gebracht. Und die sollten schon alle sein? Ich dachte sie würde sie einfach nicht sehen.
Sonntag dann der absolute Rückschlag: Ich komme hin und sie sitzt in der verqualmten Küche. Vor sich ein Glas mit Bier. In der Küche eine Menge Leergut und leider auch leere Flaschen von normalem Bier. Wahrscheinlich war Moi am Samstag bei ihr und hat sich nicht an die Hinweise gehalten. Ich hätte schreien können.
Meine Mutter verhielt sich sehr ähnlich zu früher als sie noch regelmäßig soff und ihre Tabletten nicht nahm. Tja, gesoffen hatte sie ja offensichtlich wieder. Acht leere altkoholfreie und noch weitere drei bis vier normale Biere. Und das Alles an zwei Abenden!
Spazieren bzw. runter gehen wollte sie nicht mehr. Angeblich war sie gestern schon unten (Bier kaufen??).
Zwischendurch verlangte sie dann ich solle einkaufen (genauer Bier kaufen) gehen. Auf den Hinweis das Sonntag sei bekam ich nur zur Antwort, dass die Wirtschaft schon Bier verkaufen würde.
Und später fand ich dann noch ihre Tabletten in der Pillendose. Also ein totaler Rückschlag!!
Ich bin gefrustet gegangen. Keine Einsicht von seiten meiner Mutter. Also habe ich Holz und Kohlen hoch geholt und bin gegangen bevor ich sie anschreie. Die Tablettendose habe ich mitgehen lassen. Beim nächsten Mal muss noch die andere mit. Dann kann sie da zumindest keine Tabletten mehr verstecken.
Und dann kam ihr Anfruf ob noch einer vorbei käme. Sie habe kein Bier. Da habe ich ein bischen die Fassung verloren und sie angeschrien.
Am liebsten würde ich alles hin schmeißen! Ich muss sie wohl voll gegen die Wand laufen lassen und dann ab ins Heim mit ihr - auch wenn ich das eigentlich nicht will.
Meine Optionen (die ich zur Zeit sehe):
- Ich schleppe sie zur Memoklinik und lasse feststellen wie schlimm es ist oder/und
- Ich lasse sie gegen die Wand laufen und rette von mir was zu retten geht
Auch wenn es hart klingen mag. Ich bete zur Zeit für meine Ma, dass sie stirbt bevor sie ins Heim muss.
Micha und ich haben überlegt diesen Sommer schon mal mit dem Ausräumen in der Eifel zu beginnen. Natürlich müssen wir das vorher mit meiner Ma besprechen. Auch wieder ein Gespräch auf das ich mich nicht freue.
Das größte Problem ist, das man keine verlässlichen Informatinonen von ihr mehr bekommt. Keine Ahnung ob sie selber am Samstag unten war und Bier holen (sie behauptet steif und fest sie wäre einkaufen gewesen) oder ob Moi uns boykotiert und ihr Bier mitgebracht hat.
Wenn sie nun wieder anfängt ihre Tabletten nicht zu nehmen und dafür von Bier zu leben ist es nur eine Frage der Zeit bis sie wieder im Krankenhaus landet.
So oder so hat mich dieser Sonntag gefrustet! Vielleicht gebe ich auch einfach zu schnell auf. Wie hieß es auf der Seite für Angehörige von Alkoholkranken: Nicht koabhängig werden und erst wenn jemand ganz unten ist und selber hoch will geht es aufwärts.
Ich weiß es einfach nicht. Aber so gehe ich vor die Hunde und das lasse ich nicht zu!
Es war ein extremes Wochenende: Freitag Höhenflug und Sonntag katastrophale Bruchlandung!

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